Apr 7 2009

Sind Link-Kürzer gefährlich für SEOs?

  • Geschrieben von netbuzzr in SEO
  • 3 Kommentare
  • 1,839 mal gelesen

Spätestens seid Twitter sind sie notwendiger geworden und haben dadurch auch an Bekanntheit gewonnen. Kurz-URL Dienste konvertieren eine normale URL, die häufig ziemlich lang werden kann, in kurze URLs. Diese Dienste funktionieren nachdem Prinzip, dass dort einer URL ein cryptischer Wert zugeordnet wird (bsp. tinyurl.com/erdfse), und beim Aufruf wird auf die originale URL weitergeleitet. Das macht vor allem bei Titter viel Sinn, da man ja dort bekanntlich nur 140 Zeichen zur Verfügung hat und mit solchen Kurz-URLs Platz sparen kann.
Was auf eine Art sehr praktisch ist, birgt allerdings auch einige Gefahren, die mir schon seid einiger Zeit im Kopf herumschwirren und die ich nun zum Anlass nehme, hier vielleicht eine Diskussion anzustossen. Wenn man das Internet definieren sollte, würde man wahrscheinlich sagen: “Es sind Millionen Internetseiten, die miteinander vernetzt(verlinkt) sind.” Richtig. Was aber passiert durch Kurz-URLs? Es wird ein Zwischenschritt zwischen diese Verbindungen gesetzt, eben die genannte Weiterleitung. Im gesamten kann man daher mit Recht annehmen, dass sie das Internet langsamer machen, was aber noch nicht mal das Hauptproblem darstellt. Man erzeugt damit vielmehr Verbindungen, auf die man auf lange Sicht gesehen, keinerlei Kontrolle besitzt. Man stelle sich nur vor was passiert, wenn solch ein Dienst eingestellt wird und plötzlich Millionen Links verschwinden.
Aber auch aus SEO Sicht verbirgt sich hinter diesen Diensten eine nicht zu unterschätzende Gefahr, da sie haufig auch für normale Verlinkungen innerhalb von Webseiten verwendet wird. Auch wenn durch die 301-Weiterleitung die Linkpower vererbt wird, weiß niemand genau, ob solch ein Link gleichviel Wert ist, wie ein normaler Link, vom Linktext mal ganz zu Schweigen. Wenn man sich mal den Dienst von Diggs Diggbar anschaut, wird einem noch ein weiterer Nachteil klar, denn dort wird nicht auf die Zeilseite weitergeletet, sondern diese wird einfach in einem Frame auf Digg angezeigt. Was bedeutet das aus SEO-Sicht? Das alle Links auf Digg zeigen und somit der ganze Juice bei Digg bleibt. Jedem sollte klar sein, was es bedeuten würde, wenn alle Dienste auf diese Methode umstellen würden. Dann würde die eigentliche Empfehlung nicht der Zielseite gelten, sondern der Seite, wo das Ziel eingebunden wäre. Verschiebungen in den SERPs wäre die Folge.
Um auch noch auf die Thematik Spam einzugehen, sei gesagt, dass gerade diese Kurz-URLs nichts über das Ziel aussagen. Man weiß also nie, wo man wirklich landet. Darüber freut sich natürlich jeder Spammer und gerade deshalb sind solche Dienste auch bei der Verbreitung von Spam äusserst beliebt.
Man erkennt also, dass neben den Vorteilen leider auch eine Reihe von Gefahren von Kurz-URLs ausgehen, die man meist noch gar nicht absehen kann.

Um kurz nochmal meine persönliche Stellung zu dieser Thematik zu beziehen: Ich finde Kurz-URL Dienste sehr nützlich, wenn sie dort angewandt werden, wo sie auch wirklich Sinn machen. Stichwort Twitter, Email oder wenn Ziel-URL nicht gleich gesehen werden soll. Ansonsten sollte man doch beim Verlinken auf seinen Seiten bitte bei den normalen Links bleiben, denn ohne die gibt es kein Netz.

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3 Kommentare zu diesem Beitrag

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  1. Andy schrieb:

    Momentan sehe ich das Ganze am Meisten beim Spam kritisch. Ansonsten ist es natürlich eine feine Sache und wird durch Twitter wegen den nur wenigen vorhandenen Zeichen sozusagen “gepusht”. Vielleicht kann Twitter in Zukunft auch anbieten, dass man ein Link als “Anhang” ohne Zeichenverlust hinzufügen darf.

    April 7th, 2009 at 10:18 am
  2. netbuzzr schrieb:

    Bei Twitter wäre es natürlich schön, wenn man so einiges anhängen könnte. Bspw. Bilder, Videos, Links ohne 140 Zeichen Grenze. Allerdings verliert man damit ja dann irgendwann das Prinzip von Twitter aus den Augen. 140 Zeichen zur Kommunikation zu nutzen. Manchmal denke ich, dass Twitter ja so ganz nett ist, aber eine erweiterte Variante mit den genannten Features viel Effektiver wäre. Die positiven Vorteile wären ja denoch vorhanden, auch ohne 140 Zeichen Grenze. Allerdings hat man wahrscheinlich Angst, das simple Prinzip zu arg aufzuplustern. Aber vielleicht wäre die Idee, eine Alternative anzubieten, die etwas mehr bietet, gar nicht so verkehrt ;-)

    April 7th, 2009 at 10:22 am
  3. Andy schrieb:

    Man müsste eben einen Mittwelweg finden. Mal schauen wie sich das Ganze entwickelt.

    April 7th, 2009 at 6:21 pm

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